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Der Beginenhof Oldenburg war und ist von Anfang an ein Beteiligungsprojekt von Frauen für Frauen. Die Idee zu diesem Projekt ist der Zusammenarbeit von Sybille Gimon, Liedermacherin und Mitbegründerin des Bremer Beginenhofes, und Christiane Maaß vom Kulturbüro der Stadt Oldenburg im Feld der Kulturellen Bildung im Alter entsprungen. Gemeinsam sind die beiden Initiatorinnen 2022 auf die GSG OLDENBURG zugegangen, um die Bau- und Wohnungsgesellschaft mbH als Bauherrin für einen Beginenhof als gemeinsames Wohn-, Kultur- und Arbeitsprojekt für Frauen jeden Alters zu gewinnen.
Lesen Sie hier, welche Schritte die Beginen-Oldenburg unternommen haben, um ihr Gemeinschaftsprojekt voran zu bringen.
Frauen-World-Café
Nach zwei gut besuchten Informationsveranstaltungen zum Oldenburger „Beginenhof“ im Herbst 2022 haben sich an der inhaltlichen und baulichen Planung interessierte Frauen am 24. November 2022 in einem so genannten Frauen-World-Café getroffen. Das Frauen-World-Café ist ein spezielles Beteiligungsformat. Hier konnten die Frauen ihre Wünsche und Ideen zum Beginenhof Oldenburg einbringen.
In dem Frauen-World-Café haben mehrere Kleingruppen parallel Ideen, Lösungen und Antworten entwickelt. Gearbeitet wurde an Tischen in einem gemütlichen, Café-ähnlichen Ambiente. Nach festen Zeiteinheiten wechselten die Teilnehmerinnen ihren Tisch und nahmen den Diskussionsfaden in anderer personeller Zusammensetzung wieder auf. Diese dynamische Mischung sorgte dafür, dass die Beteiligten miteinander ins Gespräch kamen. Zwischenmenschliche Netzwerke konnten entstehen, Wissen fließen, Ideen entstehen.
1. Vollversammlung
Im Anschluss an das Frauen-World-Café haben sich im Januar und Februar 2023 insgesamt über 100 Frauen in sechs Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen rund um den künftigen Beginenhof Oldenburg getroffen und ihre Ideen und Wünsche weiter ausgearbeitet.
Auf ihrer ersten Vollversammlung am 16. März 2023 konnten die Interessentinnen am künftigen Beginenhof Oldenburg zwei Grundpfeiler für das Projekt setzen: die Entwürfe für den Bau und für ein Leitbild der Oldenburger Beginen. Über 50 Frauen diskutierten miteinander im Kulturzentrum PFL die Ergebnisse der sechs Arbeitsgruppen, die zu unterschiedlichen Themen rund um den Beginenhof in den vorangegangenen Wochen getagt haben. Auf Basis dieser Ergebnisse haben sowohl die Architektinnen ihre Entwürfe angefertigt als auch die Planungsgruppe des Beginenhofes den Leitbild-Entwurf geschrieben.
Architektinnen-Entwurf
Ein sichtbares Ergebnis der Beratungen der Frauen ist der Entwurf zweier Architektinnen für den Bau des Beginenhofes, den die GSG Oldenburg in Auftrag gegeben hat. Auch hier sind viele der Wünsche und Vorstellungen der Frauen eingeflossen. Dementsprechend war die Begeisterung der Anwesenden groß, als Alexandra Mendel und Inken Feddersen vom Büro Sosath & Scheper ihre Entwürfe vorstellten.
Überwiegend kleine, bezahlbare Wohnungen und viel Raum für die Gemeinschaft haben sich die Frauen für ihren Beginenhof gewünscht. Die Architektinnen Alexandra Mendel und Inken Feddersen haben diese Wünsche in einem dreigliedrigen Bau umgesetzt, der einen großzügigen Innenhof umschließt. Ihre Fragen und Anregungen für die weitere Ausarbeitung der Entwürfe konnten die Frauen auf Feedback-Zettel schreiben. Diese Rückmeldungen werden von der GSG Oldenburg und dem Architekturbüro ausgewertet. Die Ergebnisse fließen in die weitere Ausarbeitung der Entwürfe ein.
Leitbild
„Als Beginen in Oldenburg wollen wir in Gemeinschaft und Verbindlichkeit leben und setzen uns für diese Gemeinschaft ein.“ So beginnt der Entwurf zum Leitbild der Oldenburger Beginen. Gemeinsame Aktivitäten, gegenseitige Unterstützung im Alltag, Streit- und Willkommenskultur sind weitere Punkte in diesem ausformulierten Grundkonsens der künftigen Gemeinschaft. Unterschiedliche Meinungen gab es zum Thema Abgrenzung des Privatlebens von der Gemeinschaft ebenso wie zur Öffnung des Beginenhofes ins Quartier. Auch wie die Frauen den Beginenhof zu einem kreativen und kulturellen Ort im Quartier Helleheide gestalten wollen, soll noch weiter beraten werden.
2. Vollversammlung
Über 40 Interessentinnen am zukünftigen Beginenhof Oldenburg kamen zur zweiten Vollversammlung Mitte Juli 2023 ins Kulturzentrum PFL. Auf der Tagesordnung stand zunächst Aktuelles aus der Bauplanung, die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden geteilt und die weiteren gemeinsamen Schritte geplant.
Zum Austausch mit Beginen aus anderen Höfen in Deutschland sind die Oldenburgerinnen als Nächstes am Samstag, 16. September 2023, gemeinsam nach Bielefeld zum Beginentreffen gefahren. Dazu wurden Fahrgemeinschaften gebildet.
Außerdem hat sich eine WhatsApp-Gruppe gegründet, die sich in Präsenz alle 14 Tage dienstags um 17 Uhr im Schirrmann's in der Oldenburger Jugendherberge trifft.
Eine neue Arbeitsgruppe zur Gründung eines Vereins wurde ebenfalls gegründet, der sich spontan eine ganze Reihe von Frauen angeschlossen haben.
3. Vollversammlung
Die Interessentinnen am künftigen Beginenhof Oldenburg haben sich zu ihrer dritten Vollversammlung am Mittwoch, 1. November 2023, getroffen. Auf der Tagesordnung standen:
- Bericht aus dem Beginentreff
- Bericht aus der AG zur Gründung eines Vereins
- Bericht vom Beginentag in Bielefeld
- Weitere Schritte auf dem Weg zum Beginenhof Oldenburg
Einstimmig beschlossen die Frauen, einen Verein für Frauen-Wohn-Kultur und zur zeitgemäßen Wiederbelebung der Beginenkultur zu gründen. Zur Erarbeitung der Satzung für diesen Verein bildet sich eine Arbeitsgruppe.
Als Vertreterin der Kulturellen Bildung und Teilhabe im Kulturbüro verabschiedete sich Christiane Maaß aus der Runde. „Ich freue mich, dass sich innerhalb von nur einem Jahr über die Informationstreffen, das Frauen-Word-Café, die Arbeitsgruppen und Vollversammlungen eine Gruppe von Frauen gebildet hat, die dieses Beteiligungsprojekt nun weiterträgt", so die Mitinitiatorin. „Persönlich bleibe ich dem künftigen Beginenhof in Oldenburg und den sich dafür engagierenden Frauen gerne verbunden."
Vereinsgründung
Die auf der dritten Vollversammlung gegründete Arbeitsgruppe nahm bald ihre Arbeit an der künftigen Satzung auf.
Am 6. August 2024 konnte schließlich die Gründungsversammlung zum Verein Beginen-Oldenburg stattfinden. 19 Frauen stimmten der neuen Satzung zu, zeichneten als Gründungsmitglieder und wählten den ersten Vorstand der Beginen Oldenburg. Dieser besteht aus Christiane Maaß (mittlerweile verheiratete Kaminski), Beate Kuchs, Angela Mischke, Angelika Roy und Bernadine Schwanken. Die Vorständinnen wurden beauftragt, alles Nötige zu veranlassen, um den Verein als e.V. ins Registergericht eintragen und vom Finanzamt als gemeinnützig anerkennen zu lassen. Außerdem sollte ein Vereinskonto eingerichtet werden. Diese Aufträge beschäftigten die Vorstandsfrauen die kommenden Monate. Am 2. September 2024 wurde der Verein schließlich beim Amtsgericht Oldenburg eingetragen. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit erfolgte 4. Oktober 2024. Auch das Konto konnte noch in 2024 erfolgreich eingerichtet werden. Damit wurden die drei wesentlichen Grundsteine gelegt für die künftige Vereinsarbeit.
Dienstagstreffen
Um den Entwurf des künftigen Leitbildes der Oldenburger Beginen weiter zu diskutieren, trafen sich die Teilnehmerinnen der Arbeitsgruppen zum geplanten Oldenburger Beginenhof Mitte Mai 2023 erstmals zu einem gemeinsamen Frühstück. Das gesellige Treffen diente auch zur Vertiefung der Kontakte und zur Festigung der Beziehungen untereinander. So bildete sich eine WhatsApp-Gruppe, mit Hilfe derer die Frauen sich zu weiteren Treffen verabreden wollen.
Aus dem Frauenfrühstück gingen die so genannten Dienstagstreffen im Stadtteiltreff Dietrichsfeld hervor. Die so genannte Dienstagsgruppe tagte zunächst die 14-tägig, und kommt mittlerweile einmal im Monat dienstags ab 17.30 Uhr in der Gemeinwesenarbeit Dietrichsfeld zusammen.








